Im umgekehrten Fall, wenn die Stange im Wesentlichen sehr flexibel ist, ist das Haar im gleichen Spannungszustand der Stange viel weniger gespannt. Die Federwirkung ist geringer und die technischen Eigenschaften des Bogens schwieriger zu kontrollieren. Ohne Druck und nur durch das bloße „hin und herschieben“ kann der Musiker jedoch einen vollen, obertonreichen, runden Klang erzeugen.

In Absprache mit dem Musiker kann der Bogenmacher durch gezielte Festigkeitsbeeinflussung  kontrolliert durch speziell entwickelte Messverfahren  bei der Hobelarbeit in der Kombination mit der optimal gewählten Biegung, bei der Arbeit gezielt auf die an ihn gestellten Wünsche eingehen.

Ist die Stange in der für diesen Zeitpunkt ausreichenden Qualität gehobelt, wird das Stangenkästchen im Stangenende vorgebohrt und mit einem Nutenfräser ausgearbeitet. Hierbei hilft mir eine kleine Drehbank bei der Arbeit. In der klassischen Methode wird mit schmalen Meißeln Schicht für Schicht das Material ausgestochen. Dies ist sehr zeitaufwendig. Ein befreundeter Bogenmacher aus London sagte einmal in einem Vortrag, dass man durchaus mit Maschinen arbeiten könne, jedoch tunlichst anschließend alle Spuren beseitigen sollte. Ich schließe mich dieser Meinung, gerade bei solchen Arbeitsgängen an.

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