Hat sich der Bogenmachermeister nun Stück für Stück an die Idealmaße herangearbeitet und ist die Stange, je nach Vorgabe, exakt rund oder oktogonal ausgearbeitet, wird die Kopfform endgültig ausgearbeitet. Dabei nutzt man wieder selbst gefertigte Schab lonen (s. Abb. 5), Schnitzmesser und kleine halbrunde Feilen. Klare Linienführung, optimal aufeinander abgestimmte Proportionen, ebenmäßige Rundungen, Maßgenauigkeit sind nur einige der Wesensmerkmale eines gut gestalteten Bogenkopfes. Der Bogenmachermeister hat hier die Möglichkeit am deutlichsten seine Handschrift zu hinterlassen.

Ist der Kopf fertig gestellt, wird er mit Schleifmitteln steigender Körnung nachbearbeitet. Hierbei darf natürlich die vorgegebene Form nicht zerstört, sondern nur von den Spuren der Werkzeuge und vorheriger Schleifmittel befreit werden. Zuletzt kommen Schleifmittel zu Einsatz, deren Körnung in das Trägermaterial eingeprägt ist, wodurch eine unglaublich hohe Körnungsdichte von bis zu 6000 Schleifkörpern pro cm² erreicht wird. Das Ergebnis ist eine absolut kratzerfreie und polierte Holzberfläche, deren Struktur deutlichst zum Vorschein tritt.

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