Nun kommen wir zum Bogenhaar. Dieses bildet einen wesentlichen Bestandteil des Streichbogens. Es stellt den direkten Kontakt zwischen Bogen und Instrument her. Das am häufigsten verwendete Bogenhaar kommt aus der inneren Mongolei oder China und ist von hellgelber, fast weißer Färbung. Chemisch gebleichtes Haar ist für die Verwendung im Bogenbau nicht geeignet. Es ist spröde und würde dadurch zu schnell reißen. Man bevorzugt Schweifhaar von Hengsten, da dessen Struktur, anders als bei Stutenhaar, nicht vom Urin angegriffen wird.

Ein Problem bei der Verarbeitung des Naturproduktes Haar liegt in der Längenänderung des Materials bei Witterungseinflüssen. Roßhaar findet nicht ohne Grund Verwendung im Hygrometer, einem Meßgerät zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit. Bei hoher Luftfeuchtigkeit dehnt sich das Haar aus, wodurch der Zeiger des Meßgerätes seine Stellung ändert. Diese Eigenschaft, in diesem Bereich nutzbringend eingesetzt, wirkt sich im Bogenbau jedoch negativ aus. 

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