Im 10. und 11. Jahrhundert wurden die unterschiedlichsten Streichbogentypen erprobt und, soweit sie sich nicht bewährten, wieder verworfen oder verändert. “Dieses Suchen und Tasten nach einer zweckmäßigen Form deutet darauf hin, daß sich der Streichbogen damals noch in seinem Frühstadium befand und nicht auf Vorbilder zurückgreifen konnte.”

Noch bis zum 16. Jahrhundert existieren einige Bogenformen nebeneinander. Wie oben erwähnt, hat die ikonographische Forschung ergeben, daß der Streichbogen um die Jahrtausendwende in sehr unterschiedlichen, oft extremen Formen in Erscheinung trat. Es existiert der große, stark gekrümmte, nahezu halbkreisförmige Bogen, der etwa in der Mitte der Stange festgehalten wird, wie auch der flache, kaum gewölbte Bogen, dessen Bezug fast an der Stange anliegt.

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